Die 2 besorgniserregendsten Inhaltsstoffe in herkömmlichem Shampoo

Die Ehe zwischen moderner Wissenschaft und Handel hat über die Jahre hinweg einige wunderschöne Kinder hervorgebracht, zum Beispiel Weltraumraketen, Segways und Michael Jackson. Aber Wissenschaft und Kapitalismus haben natürlich auch ein paar unheimliche Sprösslinge gezeugt. Ganz recht, damit meinen wir dich, Kosmetikindustrie.

Im Lauf der letzten 100 Jahre haben große Unternehmen die besten Geeks angeworben, um mit ihrer Hilfe Produkte herzustellen, die unsere Lippen verführerischer, den Winkel unserer Wangenknochen schärfer und natürlich unsere Haare leuchtender machen. Nachdem diese Wissenschaftler auch angewiesen wurden, die Kosten niedrig zu halten, haben wir Konsumenten schlussendlich einen ganzen Haufen an Chemikalien abgekriegt, die unter Umständen all das gerade Genannte bewirken können, aber dafür auch ein erhebliches Risiko für unsere Gesundheit darstellen. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die besorgniserregendsten Inhaltsstoffe, die in unseren Shampoos gefunden wurden.

Sulfate

Sulfate sind ein Inhaltsstoff zur Schaumbildung, der in vielen Kosmetika und Reinigungsmitteln vorkommt. In der Regel werden sie als Natriumlaurylsulfat (NLS/SLS/SDS), Natriumlaurylethersulfat (Sodiumlaurethsulfate/SLES) oder Ammoniumlaurylsulfat (ALS) angegeben – alles Wörter, die bei Scrabble mindestens 35 Punkte wert sind. Im Wesentlichen werden sie dafür eingesetzt, Schmutz und Öl aus unseren Haaren zu entfernen.

SLS und ALS gelten beide als anionische Tenside, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer molekularen Struktur. ALS ist wesentlich größer, was bedeutet, dass es unwahrscheinlicher ist, dass es durch Ihre Poren eindringt. SLS ist hingegen die Chemikalie, über die oft geschrieben wird, weil sie winzig genug ist, um Ihnen buchstäblich unter die Haut gehen zu können, und verursacht möglicherweise Reizungen, Rötungen und Erytheme der Epidermis.

In den USA hat die U.S. Food and Drug Administration (FDA, Behörde für Lebens- und Arzneimittel) vorgeschrieben, dass Hersteller Warnhinweise über die Gefahren des Schluckens von zu viel Zahnpasta (die SLS enthält) auf ihren Produkten anbringen, weil dabei ein Risiko für Durchfall besteht. Außerdem haben einige Studien gezeigt, dass SLS mit Reizungen der Haut und Augen, Organtoxizität, Entwicklungs-/Reprodukionstoxizität, Neurotoxizität, endokrine Störungen, Ökotoxikologie sowie biochemischen und zellulären Veränderungen in Verbindung gebracht wurde.

Wenn es um Toxizität geht, darf man allerdings Dosierung und tatsächliche Exposition nicht vergessen. Letzten Endes wäre hochkonzentriertes Zimtöl auf der Haut toxisch. Ein Shampoo, das 15 Prozent SLS enthält, kann der Allgemeinheit verkauft werden, weil es normalerweise nur für wenige Minuten mit Ihrer Haut in Berührung kommt und mit Wasser verdünnt wird. Dennoch werden diese Werte mit einem Durchschnittsmenschen vor Augen grob festgelegt. Dass Sie gerade das hier lesen, bedeutet vermutlich, dass Ihre Haut schon einmal negativ auf die Verwendung von herkömmlichen Produkten reagiert hat, das heißt, Sie haben einen guten Grund, vorsichtiger zu sein als der Durchschnitt.

Verbot für Parabene

Parabene sind Ester der para-Hydroxybenzoesäure. Es gibt alle möglichen verschiedenen technischen Bezeichnungen für die unterschiedlichen Arten, etwa Methylparaben (E218), Ethylparaben (E214), Propylparaben (E216) und Butylparaben, die die am weitesten verbreiteten sind. Sie sind antibakterielle und gegen Pilz wirkende (antimykotische) Wirkstoffe, weshalb sie als Konservierungsmittel verwendet werden. Sie können auch auf natürliche Weise in Lebensmitteln wie Erdbeeren oder Pfirsichen sowie im menschlichen Körper vorkommen.

Wie auch bei Sulfaten hängt die Toxizität von industriell erzeugten Parabenen vom Ausmaß ab, in dem Sie ihnen ausgesetzt sind. Obwohl ein einzelnes Produkt üblicherweise die von der Regierung festgesetzten Grenzwerte nicht überschreitet, wird es schwieriger, die kumulative Auswirkung dieser Produkte zu verfolgen, weil sie in derartig vielen Produkten vorkommen. Anders gesagt: die Produkte eines Herstellers zu verwenden, dürfte kaum problematisch sein. Ein Leben lang viele verschiedene zu verwenden, kann anfangen, sich zu summieren.

Parabene sind besorgniserregend, weil sie eine Tendenz haben, in den Hormonhaushalt einzugreifen – ein Effekt, den laut der Campaign for Safe Cosmetics (CSC) manche mit Brustkrebs und Reproduktionstoxizität in Verbindung gebracht haben. Parabene ähneln dem Hormon Östrogen und ahmen es nach, was bedeutet, dass der Körper einen vermeintlichen Anstieg des Östrogenspiegels wahrnimmt. Und man sagt, dass das wiederum eine schnellere Teilung der Brustzellen auslöst. Hierbei muss festgestellt werden, dass die Verbindung zwischen Parabenen und Krebserkrankungen nicht eindeutig ist. Letztendlich stellen Parabene allerdings ein so erhebliches Risiko dar, dass 2014 die kommerzielle Verwendung fünf spezifischer Parabene von der EU verboten wurde.

Fazit

Es gibt vermutlich keine Massenverschwörung, um Sie über Ihr Shampoo an Krebs erkranken zu lassen. Zulassungsbehörden sind sehr vorsichtig dabei, welcher Konzentration an Chemikalien wir ausgesetzt werden dürfen. Zugleich haben speziell Sulfate und Parabene ihren Weg in derartig viele unserer alltäglichen Produkte gefunden, dass die kumulative Auswirkung anfängt, ein Problem zu werden – insbesondere, wenn es um ein Produkt geht, das manche buchstäblich jeden Tag verwenden. Glücklicherweise gibt es eine Reihe natürlicher Alternativen, die Sie ordentlich sauber machen, ohne dass Sie dabei unnötige Risiken eingehen.

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